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Freitag, 24. Dezember 2010

Engel des Alltags


Menschen hasten und eilen durch die Straßen hin zu den U-Bahn-Stationen, Bushäuschen, Parkplätzen, Arbeitsplätzen oder Einkaufsstätten. Die Mienen eisern, der Blick starr geradeaus gerichtet, keine Zeit für das Geschehen links oder rechts von Ihnen.


Geld ist Zeit! Geld ist Macht! Geld ist Leben! Geld ist das einzig Wahre!


Mein Gott sind die alle ferngesteuert? Vom eigentlichen Ziel des Lebens abgekommen?


Nein! Sie haben einfach nur sich selbst verloren. In Ihrem blinden Aktionismus erkennen Sie nicht einmal mehr:
„Sie werden von Anderen gesteuert!“


Ständig suggerieren irgendwelche Slogans den Weg zum besseren Leben. Wer diesem Ruf erliegt, verliert seine eigene innere Freiheit, glaubt wirklich alles auf einen Nenner bringen zu können, der da heißt: Geld! Geld regiert die Welt!


Blödsinn als könnte tote Materie die Welt regieren, dieser Fetzen Papier wird doch erst zum angebeteten, verehrten Geldfürst durch diese Menschen.
Stellt euch vor es, gäbe massenweise Geld und niemand würde sich dafür interessieren. Was wäre dann?


Nun das liebe Geld wäre endlich kein Fluch mehr. Keiner beachtet es und keiner huldigt ihm.
Leider sieht das im Leben ganz anders aus, Menschen leben nur für Geld, inhalieren es, baden darin, verschwenden es, sich wundernd, dass sie anschließend nach Geld stinken.
Besser gesagt die Reichen wundern sich nicht mehr, die riechen es einfach schon nicht mehr.
Das ist traurig, wir müssten alle schon lebende Tote sein,
käme da nicht die Rettung durch die Engel des Alltags.
Die sind plötzlich einfach so da, helfen dem alten Mann an Krücken über die Straße. Lassen sich nicht beeindrucken vom Bleifuß auf der anderen Seite, der mächtig das Gaspedal schon schwingt. „Geh schneller Alter sonst nieten wir dich um!“ – immer ruhig geblieben mit den Aggressionen, immerhin gibt es noch so etwas wie Rechte. Außerdem bemerkt: Nicht alle sind käuflich! -
Wie kann die dumme Tussi nur Ihre Zeit vertrödeln. Hat sie wirklich keine anderen Sorgen? Die Engel des Alltags sehen ihre geschenkte Zeit nicht verloren, sie ist wertvoll angelegt.
Außerdem ist der Wert eines lieben Wortes höher zu bewerten als der eines Geldscheins.
„Sind wir etwa bei den Samaritern?“ „Ehrlich gesagt, so besehen, ein klares Ja. Gutes zu tun, zu helfen hat in der Tat etwas von Samariter.“


„Das geht nicht! Erst der Lohn, die Kohle muss stimmen!“


Welche trüben Ansichten wir da hören! Kann es wirklich sein für eine kleine Hilfeleistung die von Herzen kommen sollte Geld zu verlangen? Ist es möglich, die Hilfe eben wegen des nicht zu erwartenden Geldes zu unterlassen?


Leider ja, nicht tausendfach, millionenfach findet das tagtäglich statt. Im Ernst, was ist schon dabei:
Einem Menschen in einer kleinen alltäglichen Not zu helfen.


Es kostet doch kein Geld nur ein bisschen Zeit.


„Eben Geld ist Zeit! Diese genannten Alltagsengel sind selbst schuld, die haben eine Macke!“
„Bitte keine Beleidigungen hier an dieser Stelle. Die Alltagsengel sind selbstlose Menschen, die Ihre Hand aus tiefster Überzeugung reichen ohne den geringsten Hintergedanken.“
„Das müssen schlechte Kaufleute sein!“


„Da können Sie nicht mit punkten, nur weil Sie, in einer anderen Währung arbeiten, heißt nicht dass der Lohn der Alltagsengel am Ende nicht schwerer wiegt wie Ihrer.“


Zeit ist kein Druckmittel, die Zeit läuft immer im selben Tempo ab, es ist der Mensch, der glaubt, Sie schneller machen zu können. In Wirklichkeit vergeht, verglüht dabei sein Atem in Windeseile. Wieso? Die Hast und die Eile haben ihm den wahren Wert seines Lebens und seiner Zeit geraubt. Hätte er seine Tage angepasst an das menschliche Dasein, dann wäre er zufrieden am Ende seines Lebens. Jetzt werden die wahren Werte ermittelt und siehe da. Das meiste gesammelte Korn im Leben ist wertlos, so sammelt sich nur wenig gutes Korn in seiner Schale. Dieser Anblick in der Stunde des Todes, wissend er ist nicht mehr umkehrbar, macht bewusst den falschen Weg gehetzt zu sein. Leben ist folglich kein Geld, was zählt, sind die inneren tieferen Werte, nur die werden erst gar nicht gesucht. Wie auch? Wer keine Zeit hat, findet auch nicht zu sich selbst. Er lebt eine aufgestülpte Maske bis an sein Grab. Die Engel des Alltags aber werden bereits auf Erden belohnt, hier ein Lächeln, da ein Wort des Dankes. Das zählt in der Schale des Lebens mehr als alle materiellen Güter.

Das Herz gesundet, die innere Einstellung gibt Kraft, der Mensch strahlt sozusagen von innen heraus.
Sollte demnächst ein Engel des Alltags uns begegnen, dann wäre es angebracht, ein wenig genauer hinzusehen. Vielleicht geht das Saatkorn auf, die Menschheit wird wieder ein Stück freundlicher, nimmt einander wieder mehr wahr.

© Bernard Bonvivant, Schriftsteller, Germany


Freitag, 29. Oktober 2010

Intrigen und Intriganten oder Kabale und die Liebe

Intrigen und Intriganten oder Kabale und die Liebe


Manche Dinge geschehen im Leben oft reinzufällig. An diesem Morgen spuckte mir fortlaufend das Wort Intrige durch den Kopf. Ich fragte mich: Was soll der Unfug?

Ich beschloss, kurzerhand in die Stadt zu fahren. Vielleicht fand ich dort zugleich Zerstreuung und Inspiration.

Das große Kaufhaus zog mich magisch an. Ich betrat es durch den Eingang der Parfümerie und sogleich umnebelten mich die Düfte. Vielleicht erklärt dies mein anschließendes Handeln. Hinter der Parfümerie liegt logischerweise der Damenbekleidungsbereich. Ab diesem Zeitpunkt hatte ich keinen Einfluss mehr auf den weiteren Ablauf dieser Geschichte.

An einem Tisch für Damenunterwäsche steht eine ältere Verkäuferin. Ich bleibe neben ihr stehen und frage. „Darf ich Sie etwas fragen?“ Die Frau schaut mich kurz an. „Was möchten Sie wissen?“ „Ich suche was von Intriganten.“ Das war jetzt sicher nicht glücklich ausgedrückt.

Die Verkäuferin hingegen überlegt. „Intriganten? Mir ist kein Hersteller dieses Namens bei Damenunterwäsche bekannt. Suchen Sie vielleicht Reizwäsche?“ - Ich suche zwar Reize aber bestimmt keine Wäsche. - Die Dame ist bemüht mir zu helfen, dass bekommen die umstehenden Kundinnen natürlich gleich mit. Sie ruft laut zu ihrer Kollegin hinüber. „Inge kennst du einen Reizwäschehersteller mit dem Label Intriganten?“ Inge schaut mich an, lächelt frech. „Nö! Nicht wirklich aber ich hatte Mal eine fiese Freundin und die war eine Intrigantin.“

Die ältere Verkäuferin schaut mich verärgert an. „Wollen Sie mich hier verschaukeln?“ Meine Rettung naht in Person von Inge. Die blickt über den Rand ihrer Brille und hat logischerweise den vollen Durchblick. „Nö! Dem Mann kann doch geholfen werden. Im vierten Stock gibt es bestimmt einen Videofilm zu diesem Thema und im Untergeschoss findet sich sicher auch ein Buch mit Informationen zu dieser Angelegenheit. Übrigens am Besten ist immer noch ignorieren. Einfach drüberstehen.“ Ich nicke zustimmend. „Danke für die Hilfe.“ Inge setzt noch einen drauf. „Also ich wäre noch Solo, falls Sie jemanden zum reden brauchen sollten oder so.“ Das Angebot ist zwar nett aber nicht unbedingt erforderlich.

Ich fahre mit der Rolltreppe in das 4. Obergeschoss. Oben wandere ich erst einmal ziel- und planlos umher. Ein riesiges Warenangebot droht mich zu erschlagen. Endlich entdecke ich einen jungen und sportlichen Verkäufer. Der junge Mann ergreift offenbar die Flucht vor mir. Einige Augenblicke später stelle ich fest, die Ursache bin nicht ich, sondern drei hartnäckige Verfolger. Die guten Leute geben so schnell nicht auf. Sie umzingeln den Verkäufer und beenden somit seine Flucht. Meine Augen gehen derweil wieder auf die Suche. Ich entdecke die nächste Auskunftsquelle. Die lehnt gelangweilt und mit verschränkten Oberarmen am Verkaufsdressen. Es scheint mir diesen Mann kann eigentlich wirklich Nichts aus der Fassung bringen. Gemütlich schlendere ich auf ihn zu und versuche mich dabei seines Blickwinkels zu entziehen. Wäre doch Schade, er würde auch die Flucht ergreifen. Der Typ hat bei mir keine Chance, ich pirsche mich geschickt heran und schlage im richtigen Augenblick zu. Der arme Mann hat keine Möglichkeit mir zu entgehen. „Guten Tag, ich suche etwas zu Intriganten?“

Keine Regung nicht einmal ein Zucken der Augen. Das ist sehr verdächtig. Stehe ich etwa vor einer Schaufensterpuppe? Keine Panik! Es dauert nur etwas länger. Der Mann meint ganz ruhig. „Der Film ist noch nicht im Handel. Fragen Sie nächste Woche noch einmal nach.“ Also wirklich, doch nicht mit mir. Diese faule Ausrede kenne ich doch. Jetzt ist es wichtig, den Mann richtig anzugehen. „Sind Sie sich da sicher?“

Treffer! Er ist sich eben nicht sicher. „ Sie geben wohl nie auf?“ „Na hören Sie Mal, ich bin eventuell ein Kunde.“ Der Verkäufer nickt wissend. Das soll wohl heißen, das sieht er ähnlich. „Gut dann schauen wir eben nach.“ Er trottet langsam vor mir her zu den Regalen mit den Filmen. Um es kurz zu machen, ich bin eventuell nur ein Kunde. Das Angebot ist eben doch zu dünn. So setze ich meine Suche im Untergeschoss fort.

Ich traue mich schon nicht mehr zu fragen und doch es lohnt sich. Die Dame aus der Buchhandlung drückt mir gleich drei Bücher in die Hand. Die Bücher Othello und Die Räuber habe ich bereits. An Kabale und die Liebe von Friedrich Schiller erinnere ich mich kaum noch. Aus diesem Grunde beschließe ich, das Buch zu kaufen.

Einige Minuten später spuckt mich das große Kaufhaus wieder zu seinen Pforten heraus. Ich stehe etwas ratlos in der Fußgängerzone herum. Um mich herum schwirren die Menschen und in meinem Bauch erheben sich die Gelüste nach einem Kaffee. Ich folge meinem zweiten Gehirn in ein nahes Café. Hier erlebe ich dann eine weitere große Überraschung an einem der Tische sitzt ein alter Freund. Er winkt mir gleich zu. Mein Weg führt zu seinem Tisch. Am Tisch sitzt seine neue Freundin eine Studentin und vierundzwanzig Jahre alt. Eine weitere Frau reicht mir die Hand und sagt ganz vertraut. „Ich grüße dich altes Haus.“ Ein Blick auf die Dame rät mir von einem dummen Kommentar ab. Ich und ein altes Haus? Also wirklich, ich könnte, wenn ich wollte, Bäume ausreißen. Mein Freund zeigt auf den Platz neben der Dame. Ich setze mich erst einmal hin.

Mein Freund ist Psychiater und arbeitet seit vielen Jahren in einer sehr bekannten Klinik. Seit der Scheidung von seiner Frau wechseln seine Begleiterinnen häufiger und augenscheinlich werden sie nicht älter. Ich bestelle mir einen großen Milchkaffee und ein stilles Wasser. Die Dame neben mir, übrigens eine sehr bekannte Schauspielerin sowohl am Theater wir im Fernsehen meint gelassen. „Ist mein kleiner Liebling heute etwa ein stilles Wasser?“ Ich atme tief durch, schließlich bin ich doch kein Schoßhündchen. „Das kommt ganz darauf an.“

Mein Freund hingegen will wissen, was mich durch die Stadt treibt, wo ich doch eher die Stille und Ruhe suche. „Es ist gut dich zu sehen. Ich habe nämlich eine Frage an dich. Was, wer oder wie sind Intriganten?“ Mein Freund lacht laut auf. „So kenne ich ihn, den alten Schwerenöter. Was hast du jetzt wieder angestellt?“ Entrüstet entgegne ich. „Meine Person hat gar nichts angestellt. Mich hat heute Morgen plötzlich das Interesse an diesem Thema gepackt.“ Mein gegenüber lächelt. „Du weißt schon, normalerweise stelle ich so etwas meinen Privatpatienten in Rechnung. Allerdings wer kann schon einem guten Freund etwas abschlagen. Na gut, ich könnte dir Nietzsche in die Hand drücken, der hat dazu eine theoretische Überlegung verfasst. Es stellt sich nur die Frage, welches Ergebnis du daraus ziehen würdest. Eigentlich geht es hier um die Intrige und die hat nichts anderes zum Zwecke als Jemanden in Verlegenheit zu bringen. Ich an deiner Stelle würde so etwas in einem Buch verarbeiten.“ Seine Freundin schaut auf ihre Armbanduhr. „Ich denke wir müssen. Ich habe noch eine Vorlesung an der Uni.“ Mein Freund bezahlt und das Paar verlässt das Café. Die Dame neben mir bleibt mir zu meinem Glück erhalten. Ich schaue auf die leeren Stühle mir Gegenüber.

„Mein Freund wir können jetzt zwei Dinge tun, wir schweigen oder wir betreiben Konversation.“ Peinlich berührt wende ich ihr meinen Kopf zu und schaue ich in ihr Gesicht. „Entschuldigung, ich bin natürlich an einer Unterhaltung interessiert.“ Über das Gesicht huscht ein warmes Lächeln und die Augen versprühen eine unendliche Geborgenheit und Ruhe. Sie setzt auch gleich zu einer Ausführung an. „Die Intrige ist ein wichtiger Bestandteil in der Literatur, ich denke an das Drama aber auch an die Komödie. Außerdem ist dies ein dramaturgischer Fachbegriff. Wir bezeichnen damit die sichtbare Handlung, Verwicklung und am Ende die Auflösung in einem Theaterstück. Natürlich hat Intrige viel mit Schadenfreude, Sadismus aber auch Interessenspiele und Macht zu tun. Othello und Desdemona, ein großes Theaterstück von William Shakespeare. Ich habe übrigens die Rolle der Desdemona schon spielen dürfen.“

Mein Kaffee ist nur noch lauwarm. „Ich kenne die Geschichte, ich habe eine alte englische Fassung. Einst übte ich damit meine Aussprache. Am Ende ist wohl nicht viel dabei herübergekommen.“ „Ehrlich, du hättest Schauspieler werden sollen.“ „Mein Elternhaus war strikt gegen eine künstlerische Karriere.“ „Natürlich! Und du hast Zucht und Ordnung gelernt.“ Ich grinse. „Aus heutiger Sicht muss ich zugeben, mein Wille war vorhanden. Er wurde nur mit harter Hand gebrochen.“ Die Dame fasst meine Hand. „Wir können uns nicht unser Schicksal aussuchen. Wir müssen versuchen das Beste daraus zu machen und vor allem jene, die uns Schaden meiden. Sieh es doch so, wer die böse Saat aussäet, der soll sie auch gefälligst selbst ernten.“ Das gefällt mir außerordentlich. „Was sagst du zu Kabale und die Liebe? Das habe ich mir gekauft.“ „Das ist ein wunderbares bürgerliches Trauerspiel. Die aufrichtige Liebe wird durch Niedertracht zu Fall gebracht. Bürgertum und Adel haben noch nie wirklich zusammengepasst. Die kalte und zynische Welt des Hofstaates angereichert um das Mätressenwesen, da bleibt kein Platz für die wahre Liebe.“

Interessiert Frage ich. „Hat sich aus heutiger Sicht etwas geändert?“ Meine Gesprächspartnerin überlegt lange, ehe sie sich zu einer Antwort durchringt. „Intrigen und Intriganten sterben nie aus. Eines solltest du bedenken, eine Welt ohne sie würde doch in Ehrlichkeit ersticken.“

Mit meinem Kaffeelöffel versuche ich derweil den Boden meiner Tasse zu durchdringen, doch das Porzellan ist stärker. Um eine Antwort komme ich aber nicht herum.

„Was ist mein Herr, bist du verlegen oder weißt du nicht, welche Antwort es hierauf geben könnte?“

„Ich muss eingestehen, dieses Thema bedarf der Beleuchtung von mehreren Seiten, damit es eine halbwegs gerechte Beurteilung geben kann. Im Grunde hast du recht, eine Welt ohne diese Zutaten wäre wie die Abschaffung von Salz und Pfeffer. So lassen wir die Intrige durch die Welt ziehen, damit das Leben aufregend und dramatisch bleibt.“

Die Dame an meinem Tisch ist sehr zufrieden mit meiner Einsicht.

„Weißt du, die Liebe geht durch den Magen und ich habe Hunger.“ Den Wink mit dem Zaunpfahl habe ich wohl verstanden. Ein Lächeln legt sich auf mein Gesicht und freundlich geantwortet.

„Dagegen kann etwas getan werden.“

Sie zeigt auf ihre Einkaufstaschen. „Und ob, mein Freund. Was meinst du, können wir uns gemeinsam einen Herd teilen?“ Sicherheitshalber frage ich nach. „Du meinst wir bewerben uns bei einem Kochduell?“

Sie nickt freudig. „Klar, aber nur für zwei Personen und unter Ausschluss der Öffentlichkeit.“

„Das beruhigt mich jetzt ungemein, vor der Kamera werde ich immer so nervös und meine Maskenbildnerin habe ich auch nicht dabei.“

Sie legt ihre linke Hand auf meine rechte Schulter. „Keine Panik, zur Not schmiere ich dir was in die Visage oder lege dir eine Gurke auf. Ich meine das bleibt doch unter uns. Übrigens die Zwiebeln machst du, da muss ich immer bei heulen. Knoblauch dürfen wir auch keinen verwenden, ich stehe heute Abend auf der Bühne und mein Kollege hasst Knoblauch.“

Empört zeige ich Anteilnahme. „Dieser Intrigant!“ Sie nickt beipflichtend. „Jetzt weißt du, wie hart das Brot einer Schauspielerin ist.“

Ich bezahle die Rechnung und wir gehen in ihre Wohnung. Gut kochen wir erst einmal, kleine Brötchen können wir ein anderes Mal backen.

Übrigens wir kochen jetzt des Öfteren nur mit den Brötchen, das hat bis jetzt noch nicht so richtig hingehauen.


© Bernard Bonvivant, Schriftsteller, Germany

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Der Soziopath oder Erkenntnisse aus dem Alltag

Der Soziopath oder Erkenntnisse aus dem Alltag


Sie: „Das ist ein Soziopath!“

Er: „Was für ein Pfad?“

Sie: „Bist du schwerhörig? Soziopath!“

Er: „Ist das eine ansteckende Krankheit?“

Sie: „Das weiß ich doch nicht! Du musst doch so etwas
wissen, das ist schließlich Allgemeingut.“

Er: „Ach nee! Ich muss wieder einmal Sachen erklären
können von denen ich nicht einmal, weiß, dass es sie
überhaupt gibt.“

Sie: „Gib es zu, dein Horizont reicht nicht aus!“

Er: „Also ich fahre nicht in ein Urlaubsland in dem dieses
Soziozeug in Umlauf ist. Kann man sich dagegen
impfen lassen?“

Sie: „Klar kann man sich dagegen impfen lassen.“

Er: „Hoffentlich übernimmt unsere Krankenkasse die
Kosten“

Sie: „Du Volltrottel, das ist eine dissoziale
Persönlichkeitsstörung.“

Er. „Wie schreibt man das Wort, buchstabiere Mal?“

Sie: „Wenn ich das hier lese also diese Krankheit trifft voll
auf dich zu.“

Er: „Mache keinen Quatsch, ich fühle mich noch gesund.“

Sie: „Na ja, von wegen gesund. Du kannst dich nicht in
mich hineinversetzen. Du lehnst meine Aufträge ab und
du missachtest, wer hier in diesem Haus die Hosen
anhat. Du bist unfähig Verantwortung zu übernehmen,
zum Beispiel den Müll herunterzutragen. Wenn ich dir
etwas sage wirst du aggressiv. Du fühlst dich auch nie
schuldig. Am schlimmsten ist, du bist unfähig aus
deinen Fehlern mir gegenüber etwas zu lernen.“

Er: „Aber das stimmt doch gar nicht!“

Sie: „Siehst du, du widersprichst mir gerade schon wieder.“

Er: „Hallo, darf man hier nicht einmal mehr seine Meinung
sagen.“

Sie: „Das schon, solange dies auch meine Meinung ist.“

Er: „Ich höre wohl falsch! Leben wir hier in einer
Diktatur?“

Sie: „Siehst du, du missachtest gerade meine geltenden
sozialen Normen.“

Er: „Was hat das noch mit Lernfähigkeit zu tun?“

Sie: „Das kann ich dir auch sagen. Wie oft habe ich dir
schon gesagt, ich mag keine gelben Rosen? Ich liebe
rote Rosen!“

Er: „Ich habe die gelben Rosen nur gekauft, weil sie im
Angebot verkauft wurden. Ich soll doch immer sparen.“

Sie: „Siehst du, du hast jedes fehlende Schuldbewusstein.“

Er: „Was heißt das jetzt für mich?“

Sie: „Darüber steht hier allerdings nix geschrieben!“



© Bernard Bonvivant, Schriftsteller, Germany


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Tedora- kritische Esoterik Freunde- Spiritualität

Gemischte aktuelle Voraussagen- Prognosen-Prophezeiungen

Bernard Bonvivant, Pietro Mercuri und Tedora heißen Sie herzlich Willkommen!

Sonntag, 26. September 2010

Freundschaft – welche Wertigkeit hat Sie? Was bedeutet Sie?

Freundschaft – welche Wertigkeit hat Sie? Was bedeutet Sie?

In der heutigen schnelllebigen Zeit sind die Menschen schnell dabei, scheinbare Freundschaften zu schließen. Dieser Umstand wird begünstigt durch das Internet und vor allem durch den suggerierten Glauben alles müsse im Leben schnell gehen, damit es gut geht.

In früheren Jahrhunderten wurde die Freundschaft höher bewertet und musste verdient werden. Es war eine Ehre und Verpflichtung zugleich, die auf gegenseitiger Achtung und Respekt voreinander begründet war. Ein Freund hätte nie einen Freund verraten oder gar das vertraute Wort missbraucht.

Und heute?

Viele Freundschaften sind reine oberflächliche Beziehungen ohne tiefere Wertigkeit. Es sind eigentlich nur Bekanntschaften, mehr nicht. Es besteht weder eine ordentliche Beziehungspflege, noch ein Interesse an einer Beziehung zu arbeiten.
Diese „Freundschaften“ sind weder auf Dauer noch auf Zuverlässigkeit ausgelegt. Im Grunde will keiner der Beteiligten wirklich eine tiefere Beziehung mit einer Verantwortung eingehen, damit aber wird auch nicht der Status einer wirklichen Freundschaft erreicht.

Einige Beispiele von Beziehungen, die eben nicht der Wertigkeit einer Freundschaft entsprechen, möchte ich hier geben.

Betrachten wir Männerfreundschaften, die eher den Status einer losen Bekanntschaft haben.

Günter und Harald sind angeblich die besten Kumpels. Günter fragt Harald, ob er sich bei ihm die Bohrmaschine ausleihen kann. Harald gibt sie ihm und fragt, ob er sich seinen Dampfstrahler ausleihen kann, im Gegenzug. Kein Problem. Jetzt hat Günter die Balkonplatten gereinigt und der Dampfstrahler ist noch nicht sauber. Harald nimmt den Dampfstrahler und denkt. – Der könnte wirklich Mal seine Geräte besser pflegen. Hoffentlich kriege ich meine Bohrmaschine heil zurück. - Er sagt kein Wort zu seinem angeblichen guten Freund. Dieses tut er später bei einem anderen guten Freund, mit den entsprechenden Ausschmückungen und Attributen.

Ist dies nun wahre Männerfreundschaft? Eher nicht!

Betrachten wir Frauenfreundschaften, die eher den Status einer losen Bekanntschaft haben.

Nicole und Babette sind angeblich die besten und treuesten Freundinnen. Ist dem wirklich so? An einem Sonntagmorgen stellt Babette fest ihr fehlen Eier, sie will Kalbsschnitzel Wienerart zu bereiten. Was soll es, wozu hat man die beste Freundin? Sie marschiert zwei Häuser weiter und fragt Nicole ob diese ihr Eier leihen kann. Sie sieht gleich die verheulten Augen, außerdem scheint es Nicole schlecht zu gehen. So fragt sie nach dem Grund. Nicole bittet sie um Verschwiegenheit, ihr ist der Vorfall äußerst peinlich. Was war geschehen? Nicoles bessere Hälfte hat wieder einmal die Nacht durchgezecht und ist im Suff gegen den Laternenpfahl vor der Haustür gelaufen. Sie hat ihm ins Haus geholfen, zu Bett gebracht und außerdem stinkt ihr Schlafzimmer wie eine Schnapsbrennerei. Das ist ihr sehr peinlich. Was macht unsere Babette? Die bedauert ihre „Freundin“ und bringt ihre Eier heil nach Hause auf den Küchentisch. Dann aber hat sie bereits den Telefonhörer in der Hand, um natürlich wieder eine ihrer besten Freundinnen zu informieren. Innerhalb kurzer Zeit weiß der halbe Ort bescheid. Spätestens am Montagmorgen im Bäckerladen, wird es dann so richtig peinlich für Nicole.

Ist dies nun wahre Frauenfreundschaft? Eher nicht!

Betrachten wir nun Freundschaften zwischen Mann und Frau.

In der heutigen Zeit geht es meist richtig schnell, hat ja keiner mehr so richtig Zeit. Der größte Teil der Beziehungen beginnt auf der Ebene der Triebe, sprich sexueller Reize, dabei wird aber keine tiefergehende Beziehungsebene angestrebt. Um es bildlich auszusprechen, da brennt lichterloh das Stroh. Nur wie lange brennt Stroh? Eben, viel zu kurz und dann bleibt kalte Asche zurück. Der Begriff Sommerliebe passt hier durchaus, die Qualität dieser Freundschaft ist zeitlich begrenzt. Nach ein paar Monaten sieht es dann so aus: Am Samstagabend will er im Fernsehen Sport sehen und sie würde gerne wieder einmal ein Restaurant besuchen. Es gelingt ihr mühsam, ihren Freund zu überzeugen. Sie gehen in das Restaurant, sitzen an einem Fensterplatz, er schaut gelangweilt zum Fenster hinaus, sie in die Speisekarte. Sie: „Liebling soll ich das Rumpsteak nehmen oder eher die Filetspitzen.“ Er meint dazu aus dem Fenster schauend. „Unser Club hat heute 2:0 gewonnen.“

Ist das noch wahre Freundschaft? Diese Beziehung wird doch mit großer Wahrscheinlichkeit gerade zu Grabe getragen.

Warum halten Freundschaften nicht, was sie scheinbar versprechen?

Oft werden Freundschaften zu schnell, zu oberflächlich und eben ohne Wertigkeit geschlossen. Hier gilt durchaus der alte Volksmund: Drum prüfe sich, was sich bindet!
Dieser Ansatz ist überhaupt nicht verkehrt und keineswegs überholt. Eine wahre Freundschaft ist tatsächlich eine Bindung auf Gegenseitigkeit. Es kommt nämlich entscheidend darauf an, welche Vereinbarungen getroffen sind. Das ist zwar kein eheähnliches Verhältnis aber dennoch ein partnerschaftliches Verhältnis, somit auf Wertigkeiten fußend, die geprägt werden von gemeinsam zu definierender Moral und Ethik. Der Anerkennung der Freundschaft, der Achtung und des Respekts voreinander.
Ein Beispiel: Vereinbaren Freunde über ihre Geheimnisse zu schweigen, dann ist dies verbindlich. Gute Freunde würden sich eher die Zunge abbeißen, als ihre Freundschaft zu verraten.

Nur so kann überhaupt eine Freundschaft wachsen und sich entwickeln hin zu einem großen und starken Vertrauensverhältnis. Im Grunde ist das Beziehungspflege, wahre Freundschaften entwickeln sich langsam und lassen sich Zeit im Wachstum. Der große Vorteil liegt darin, solche Gebilde wachsen wie ein Baum fest zueinander und erreichen die Festigkeit eines Felsen in der Brandung der See.

Solche Freundschaften sind demnach geeignet, zu einer Beziehung für ein Leben zu werden. Sie haben sich geprüft, ausgerichtet, vereinbart und zielorientiert, damit sind solche Beziehungen absolut alltagstauglich.

Am Ende vielleicht noch ein Spruch aus dem Volksmund: „Wahre Freundschaft hält ein Leben lang.“

Fazit: Wahre Freundschaften sind selten und damit ein sehr kostbares und wertvolles Gut.


© Bernard Bonvivant,

Autor des Romans „Das Chaos

Samstag, 21. August 2010

Die Glücksformel für gesunden Reichtum

Die Glücksformel für gesunden Reichtum

Reichtum ist relativ. Die Glücksformel für gesunden Reichtum basiert auf der Wertigkeit des Geldes.

Das hört sich erst einmal auf den ersten Blick gut an, bei der genaueren Betrachtung bleibt dann ein schaler Beigeschmack.

Glück und Geld fangen zumindest im deutschen Sprachgebrauch mit dem Buchstaben „G“ an. Das Wort Gier beginnt auch mit „G“.

Erstaunlich wird wie so häufig wieder einmal Glück in direkten Zusammenhang mit Geld gebracht. Wer viel Geld hat, braucht noch mehr. Ein nur Multimillionär ist unglücklich, weil es auch noch Milliardäre gibt.

Wie wird er nun glücklich?

Er wird zur gebenden Hand, zum Spender und Schaffer von Stiftungen. Der Glücksbote der ausschüttet das Füllhorn und somit selbst sich zum Glück verhilft.

Das ist eine moderne Form des Ablasshandels. Das Argument es sei Balsam für die Seele ändert daran wenig.
Das Glück zu suchen in materiellen Werten ist bereits der falsche Ansatz. Glück ist doch ein Zustand der Seele, eine Bereicherung der eigenen Gefühlswelt.

Bestätigen wir dies, dann wohnt das Glück in unserem Körper und nicht außerhalb.

Wie kann dann der tote Götze Geld uns glücklich machen? Wie kann uns Neid glücklich machen?
Das passt nicht zusammen!

Glück ist ein Zustand, den sich jeder Mensch in jeder Situation selbst gewähren kann. Dann wird das Glück zu einem gesunden Reichtum mit großer Heilkraft für Körper, Geist und Seele.



© Bernard Bonvivant, Schriftsteller, Germany

Autor des Romans „Das Chaos“


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